22.04.2017

von JD-B° RB

Gefühl mit Kalkül

Lebensart: Digitale Romantiker bringen den Zauber ins Zwischenmenschliche zurück

Business-Romantik: Gerade im Zeitalter von E-Mail, SMS und WhatsApp ist Handschriftliches etwas ganz Besonderes und drückt eine spezielle Form der Wertschätzung aus

Immer mehr Menschen entdecken derzeit ihre Liebe zum Analogen. Sie kaufen wieder Schallplatten aus Vinyl, stehen Schlange vor Schwarz-Weiß-Fotoautomaten und kritzeln ihre persönlichen Notizen in schwarze Kladden aus Pappe und Papier. Experten entdecken darin eine neue "Business-Romantik" - so lautet auch der Titel eines Buches von Marketing- und Innovationsberater Tim Leberecht. 

Dabei handele es sich um Entgrenzung, Emotionalität, Momente, in denen man eine Verzauberung erlebe. Die Menschen, so Leberecht, hätten es satt, nur von smarten Maschinen umgeben zu sein, die alles in Zahlen verwandeln. Man könne die Romantik nicht aus dem Leben herausprogrammieren, romantisch zu sein bringe sogar Vorteile, denn es sei das ultimative Alleinstellungsmerkmal im Zeitalter der Optimierer und Maximierer. 

"Digitaler Privatsekretär" für handgeschriebene Briefe

Romantik muss keinesfalls im Widerspruch zum Megatrend Digitalisierung stehen, das belegt beispielsweise das Portal www.pensaki.com. Die Geschäftsidee: Ein virtueller Privatsekretär erstellt "handgeschriebene" Karten und Briefe. Die online übermittelten Vorlagen der Kunden werden von Robotern mit Füllfederhalter sorgfältig auf Papier gebracht, mit Adresse und Briefmarke versehen und vom Briefträger ausgeliefert. Mal ist es ein kleines Dankeschön, eine Gratulation, eine Einladung - es kann aber auch ein Liebesbrief sein. 

Pensaki-Gründer Antonio Brissa zählt sich selbst zu den erklärten Business-Romantikern: "Handschrift vermittelt besonders im Digitalzeitalter Wertschätzung, sie schafft Aufmerksamkeit. Apps kommen und gehen, berufliche Emails sind primär zu einer Verpflichtung geworden, ohne emotionale Tiefe." Der digitale Privatsekretär dagegen sei sehr flexibel, man könne ihn einzeln für den privaten Anlass nutzen, aber auch für geschäftliche Zwecke in großer Stückzahl tätig werden lassen. Die Qualität der Handschrift bleibt dabei gleich, die Freude des Empfängers auch. "Wir wissen aus Untersuchungen, dass sich 80 Prozent der Deutschen über handschriftliche Briefe oder Postkarten freuen", so Brissa.

Roboter steht Romantik nicht im Wege

Die Handschrift auf Kuvert und Karte beziehungsweise Briefpapier mag zwar von einem Roboter stammen, doch das steht der Romantik nicht im Wege. Im Gegenteil: Der Roboter hilft sogar, denn oft mangelt es an einer vorzeigbaren Handschrift, es fehlen Zutaten wie etwa Papier und Briefmarke oder schlicht die erforderliche Zeit. Was am Ende zähle, so Antonio Brissa, sei der direkte Kontakt von Mensch zu Mensch. Hier passen auch anfassbare, per Post verschickte Briefe gut in den allgemeinen Trend.

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